Deutschland - Landschaften

Deutschland - Naturraum

978-3-14-100800-5 | Seite 52 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 3.500.000
Deutschland | Landschaften | Deutschland - Naturraum | Karte 52/1

Überblick

Die Karte zeigt die verschiedenen Landschaftstypen Deutschlands. Es lassen sich vier Großlandschaften unterscheiden. Von Norden nach Süden sind dies das Norddeutsche Tiefland einschließlich der Küsten, die Mittelgebirge, das Alpenvorland und die Alpen. Die Grenzen zwischen diesen Landschaften werden in der Karte durch Linien markiert.

Küsten und Norddeutsches Tiefland

Das Norddeutsche Tiefland reicht von der Nord- und Ostseeküste bis weit in die Mitte Deutschlands hinein. Die Nord-Süd-Ausdehnung dieser reliefarmen Großlandschaft nimmt von Westen nach Osten erheblich zu.

Den Küsten sind zahlreiche Inseln vorgelagert. In dem zu Deutschland zählenden Teil der Nordsee liegen die Ostfriesischen Inseln, Helgoland sowie ein Großteil der Nordfriesischen Inseln, die sich in Dänemark fortsetzen. Bis auf Helgoland liegen die Inseln im Wattenmeer. Im Gegensatz zur Nordseeküste baut sich die Ostseeküste nicht aus einer Gezeitenküste, sondern in ihrem westlichen Abschnitt aus einer Förden- und Buchtenküste und in ihrem östlichen Abschnitt aus einer Boddenküste auf. Hinter der flachen Nordseeküste dehnen sich weite Marsch- und Geestgebiete aus.

Unmittelbar hinter der Küste landeinwärts erstreckt sich die Marsch, die aus Feinsand und Schlick besteht und in der Karte mit einer grünen Signatur belegt ist. Die etwas höher gelegene Geest schließt sich als flachwelliges Altmoränenland unmittelbar hinter der Marsch an.

Im östlichen Abschnitt des Norddeutschen Tieflands verläuft der Nördliche Landrücken. Er und das nordöstlich davon liegende hügelige Jungmoränengebiet entstanden während der Weichseleiszeit. Gut erkennbar sind die mit roten Bögen dargestellten Endmoränenkränze.

Der Südliche Landrücken verläuft südwestlich des Nördlichen Landrückens. Er entstand bereits während der vorletzten Eiszeit, der Saaleeiszeit. Da er weit länger der Abtragung ausgesetzt war, ist er weniger ausgeprägt als sein jüngeres Gegenstück.

Der Nördliche und der Südliche Landrücken werden durch die weiten Urstromtäler, zum Beispiel das Elbe-Urstromtal, voneinander getrennt und durch von Nord nach Süd verlaufende Flüssen durchbrochen. Nordöstlich der Urstromtäler liegen breite Sanderflächen, dargestellt in einem hellen Gelbton, sowie die Mecklenburgische Seenplatte.

Der aus der Moränenlandschaft ausgeblasene Löss lagerte sich am Rand der Mittelgebirge in stellenweise meterdicken Schichten ab. In der Karte sind diese Lössdecken durch eine Punktsignatur dargestellt. Aus dem Löss entstanden äußerst fruchtbare Böden wie die der Hildesheimer und der Magdeburger Börde.

Nach Süden stößt das Norddeutsche Tiefland in mehreren Buchten weit in die Mittelgebirgsregion hinein. Besonders markant sind die Leipziger Bucht, die Westfälische Bucht und die Kölner Bucht.

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Alpenvorland

Als Alpenvorland bezeichnet man den Bereich zwischen dem nördlichen Alpenrand und einem Bogen aus Schwäbischer Alb, Fränkischer Alb und Bayerischem Wald, also ungefähr das Gebiet zwischen Alpen und Donau. Das heutige Alpenvorland war ursprünglich eine breite Mulde zwischen den Mittelgebirgen im Norden und den Alpen im Süden. Diese Mulde wurde im Laufe der Zeit mit Ablagerungen aufgefüllt.

Heute zeigt sich das Alpenvorland als eine weite, hügelige Fläche, die von etwa 800 Meter Höhe am Alpenfuß auf rund 300 Meter Höhe an der Donau abfällt. Auf der Karte gut erkennbar ist die Ausrichtung des Gewässernetzes auf die Donau.

Während der Eiszeiten war ein Teil des Alpenvorlandes mit Alpengletschern bedeckt. Die Gletscher stießen bis zu einer Linie zwischen Augsburg und Salzburg vor (s. 88.1). Sie überprägten das Alpenvorland und formten eine hügelige Grundmoränenlandschaft, schoben Endmoränen zusammen, schürften Zungenbeckenseen aus und hinterließen eine breite Schotterlandschaft (s. 53.4). Die Lage der Seen und die in der Karte rot gekennzeichneten Endmoränenkränze markieren den Rand des Jungmoränengebietes.

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Mittelgebirge

Die Landesmitte Deutschlands wird von der Mittelgebirgsschwelle eingenommen. Sie besteht aus mehreren größeren Gebirgssystemen, die sich in eine Vielzahl kleinerer Gebirgszüge aufgliedern. Den Mittelgebirgen ist in der Karte eine braune Signatur zugeordnet; steile Abfälle werden darüber hinaus durch Schummerungen markiert. Markante Gebirgszüge sind beispielsweise Harz, Rhön, Thüringer Wald und Erzgebirge. Im Süden begrenzen Schwäbische Alb, Fränkische Alb und Bayerischer Wald die Mittelgebirgsschwelle. Die höchste Erhebung ist der 1493 Meter hohe Feldberg im Schwarzwald.

Zwischen den Mittelgebirgen spannen sich weite Beckenlandschaften wie das Thüringer Becken zwischen Harz und Thüringer Wald. Sie heben sich in der Karte durch ihre hellgrüne Farbe von den sie umgebenden Gebirgen ab. Eine Besonderheit bildet das langgestreckte Oberrheinische Tiefland im Südwesten Deutschlands. Es wird im Westen unter anderem vom Pfälzer Wald und den Vogesen und im Osten vom Odenwald und dem Schwarzwald begrenzt (s. 53.2).

Die Schwäbische Alb und die Fränkische Alb bilden Schichtstufenlandschaften. Die markantesten Schichtstufenkanten werden in der Karte durch Liniensignaturen betont. Im Übergangsbereich zwischen Schwäbischer Alb und Fränkischer Alb liegt das nahezu kreisrunde (Nördlinger) Ries. Diese im Durchmesser 25 Kilometer große Vertiefung entstand vor rund 15 Mio. Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten.

Andere Regionen der Mittelgebirgsschwelle wurden vom Vulkanismus geprägt. In der Karte sind sie mit einer roten Signatur verzeichnet. Dazu gehört beispielsweise die Eifel, deren Maare durch vulkanische Explosionen entstanden sind (s. 53.3). Ein markantes vulkanisches Gebiet bildet auch der Vogelsberg. Die umgebenden vulkanischen Böden sind dabei äußerst fruchtbar.

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Alpen

An den Alpen hat Deutschland nur in den Nördlichen Kalkalpen einen geringen Anteil. In der Karte treten sie mit einer rötlich-violetten Signatur hervor. Sie entstanden durch Hebung und Faltung (s. 88.2–3). Die nachfolgende intensive Abtragung und die glaziale Überformung gaben dem Hochgebirge sein heutiges Aussehen. Markant sind die Quertäler zum Beispiel des Inns und der Salzach, die sich in der Karte durch ihre grüne Farbe deutlich von der Umgebung abheben.

Die Nördlichen Kalkalpen verlaufen beiderseits der Grenze zwischen Deutschland und Österreich und gliedern sich in Allgäuer Alpen, die Bayerischen Alpen und die Salzburger Alpen. In den Bayerischen Alpen erhebt sich die Zugspitze, der mit 2962 Metern höchste Berg Deutschlands.

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