Jahreszeitenklimate nach Troll/Paffen

Erde - Klima und Niederschläge

978-3-14-100700-8 | Seite 228 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 140.000.000
Jahreszeitenklimate nach Troll/Paffen |  | Erde - Klima und Niederschläge | Karte 228/1

Überblick


Die Klimaklassifikation nach Carl Troll und Karlheinz Paffen bezieht sich auf die weltweiten klimatischen Unterschiede im Wechsel der Jahreszeiten. Drei Klimaparameter sind an dieser Stelle entscheidend: Sonneneinstrahlung, Temperatur und Niederschlag. Zusätzlich beleuchten Troll und Paffen die Zusammenhänge zwischen den örtlichen Klimaten und der jeweiligen natürlichen Vegetation.
Bei der Entwicklung der Klimakarte ging Troll zunächst nicht von diesen Klimaelementen aus. Vielmehr hob er die besondere Bedeutung der Vegetation hervor. Auf der Grundlage seiner hervorragenden Kenntnis der Erdräume entstand so zunächst ein gedankliches Gerüst über die Verbreitung unterschiedlicher Vegetationsformationen auf der Erde. Jedem dieser Vegetationstypen ordneten Troll und Paffen entsprechende Klimate zu und versuchten, sie anhand der oben genannten Aspekte zu charakterisieren.

Klimazonen und Eigenschaften
So folgte die Unterteilung in fünf Klimazonen: die polare/subpolare Zone, die kaltgemäßigte boreale Zone, die kühlgemäßigte Zone, die warmgemäßigte Subtropenzone und die Tropenzone. Diese Hauptklimazonen sind wiederum in 34 Klimatypen unterteilt.
Die genaue Klimazuordnung ist anhand spezieller Werte festgelegt. Dazu gehören bestimmte Temperaturschwellenwerte (höchste und niedrigste Temperatur) einzelner Monate, die Jahresamplitude der Temperatur, die Vegetationsdauer und die Anzahl der Monate mit hohem Niederschlag in einem Jahr.
Insgesamt liegt bei Troll und Paffen eine beschreibende Darstellung des Klimas im Vordergrund, die sehr eng mit der natürlichen Vegetation verknüpft ist.

A. Siegmund, P. Frankenberg, J. Seibel

Info Plus

Der besondere Schwerpunkt des Troll'schen Klassifikationsansatzes, der in der dargestellten Form erstmals 1963 veröffentlich wurde, liegt auf einer differenzierten Darstellung des jahreszeitlichen Wechsels der klimatischen Verhältnisse auf der Erde. Die verschiedenen Jahreszeitenklimate ergeben sich nach Troll aus dem Zusammenwirken des jahreszeitlichen Ablaufs dreier ökologisch relevanter Klimaparameter: Beleuchtungs-Jahreszeiten, thermische Jahreszeiten und hygrische Jahreszeiten.
Bei der Entwicklung der Klimakarte ging Troll jedoch zunächst nicht von diesen Klimaelementen aus. Vielmehr hob er bei der Analyse der klimatischen Gegebenheiten die besondere Bedeutung der Vegetation hervor. Auf der Grundlage seiner hervorragenden Kenntnis vieler Erdräume und ihrer Vegetation entstand so zunächst ein gedankliches Gerüst der Verbreitung der unterschiedlichen Vegetationsformationen auf der Erde. Es bildet letztlich auch die entscheidende Basis für die Klimakarte. Jedem dieser Vegetationstypen ordneten Troll und Paffen entsprechende Klimate zu und versuchten, diese mithilfe der oben genannten Klimaparameter zu charakterisieren.
Zunächst erfolgt eine Unterteilung des irdischen Klimas in fünf Klimazonen, die polare/subpolare Zone, die kaltgemäßigte Zone, die kühlgemäßigte Zone, die warmgemäßigte Subtropenzone und die Tropenzone. Zur Abgrenzung der einzelnen Klimazonen dienten dabei ausschließlich thermische Andauer- und Schwellenwerte. Diese Hauptklimazonen werden in insgesamt 34 verschiedene Klimatypen und -varietäten unterteilt. Zur Charakterisierung der einzelnen Typen in der polaren/subpolaren Zone (I) und der kaltgemäßigten borealen Zone (II) werden ausschließlich thermische Parameter herangezogen. Diese beziehen sich vor allem auf die Temperatur des wärmsten Monats, bestimmte Temperaturschwellenwerte einzelner Monate sowie die Jahresamplitude der monatlichen Durchschnittstemperaturen, die als Ausdruck für den Grad der thermischen Ozeanität bzw. Kontinentalität des jeweiligen Klimas dienen.
Diese Vorgehensweise setzt sich zu den Waldklimaten der kühlgemäßigten Zone (III) fort. Bereits in der Zone der kühlgemäßigten Steppen- und Wüstenklimate, einem zweiten Untertyp der kühlgemäßigten Zone, kommen zur zonalen und regionalen Untergliederung des Klimas auch thermische und hygrische Parameter zur Anwendung. Diese beziehen sich sowohl auf die Zahl arider und humider Monate als auch auf die jahreszeitliche Lage der Regen- und Trockenzeiten. Als Ariditätsindex greifen Troll und Paffen auf die Trockengrenzformel von de Martonne und Lauer zurück. Sie lautet:12 n = 20 (t + 10).
Die Variable "n" steht hierbei für den Monatsniederschlag in Millimetern, "t" für die Durchschnittstemperatur des entsprechenden Monats in Grad Celsius. Ist der rechte Ausdruck der Gleichung größer als der linke, so gilt der jeweilige Monat als humid, andernfalls als arid.
Zur weiteren Differenzierung der warmgemäßigten Zone (IV) und der Tropenzone (V) griffen Troll und Paffen nur noch auf hygrische Parameter zurück. Dabei kommt der Zahl humider Monate, die teilweise auf einen halben Monat genau angegeben wird, eine besondere Bedeutung zu. Daneben spielen aber auch die hygrischen Jahreszeiten eine wesentliche Rolle zur Charakterisierung der Klimate.
Insgesamt steht bei der Klimakarte von Troll/Paffen nicht eine mathematisch-statistisch exakte Definition und Abgrenzung der einzelnen Klimate durch bestimmte Grenz-, Schwellen- und Andauerwerte verschiedener Klimaparameter im Vordergrund (vgl. Klimaklassifikation von Siegmund/Frankenberg, 226/227), der Schwerpunkt liegt vielmehr auf einer eher deskriptiven Charakterisierung der klimatischen Verhältnisse, die sehr eng mit entsprechenden Vegetationszonen und -formationen verzahnt sind.
A. Siegmund, P. Frankenberg

Graphiken

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Polare, Subpolare und Boreale Zone

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Feuchte Mittelbreiten

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Grasländer der Trockenen Mittelbreiten

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Winterfeuchte und Immerfeuchte Subtropen

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Wüsten und Halbwüsten der Trockenen Mittelbreiten und der Tropischen/Subtropischen Trockengebiete

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Sommerfeuchte Tropen

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Immerfeuchte Tropen

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