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Deutschland im Europa des Zweiten Weltkrieges (1.9.1939 bis 8.5.1945)

aus 978-3-14-100770-1 auf Seite 62 Abb. 1
Diercke Karte Deutschland im Europa des Zweiten Weltkrieges (1.9.1939 bis 8.5.1945)

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Deutschland im Europa des Zweiten Weltkrieges (1.9.1939 bis 8.5.1945)
Die Karte zeigt die Bündnisse zwischen den kriegführenden Mächten. Den Achsenmächten (Deutschland, Italien, Japan) sowie ihren Verbündeten und Satellitenstaaten standen die Alliierten gegenüber, deren Zahl sich im Kriegsverlauf stetig erhöhte, insbesondere 1941 mit dem Kriegseintritt der USA und der Bildung der Anti-Hitler-Koalition aus Großbritannien, den USA und der Sowjetunion. Nur wenige europäische Staaten blieben während des Zweiten Weltkriegs neutral. Die Sowjetunion hatte 1939 mit Hitler-Deutschland noch einen Nichtangriffsvertrag ("Hitler-Stalin-Pakt") geschlossen, in dem beide Seiten außerdem ihre Interessenssphären in Ostmitteleuropa absteckten. Damit war für Hitler der Weg frei für den Überfall auf Polen (1. 9. 1939), der in Europa den Beginn des Zweiten Weltkriegs markiert. Am 22. 6. 1941 ließ Hitler die Sowjetunion angreifen (Unternehmen "Barbarossa").
Mit dem deutschen Sieg über Polen (1939) und Frankreich (1940) in "Blitzkriegen" sowie der Besetzung der Beneluxstaaten, Dänemarks und Norwegens schieden weitere Staaten als deutsche Kriegsgegner aus. Deutschland und das faschistische Italien besetzten große Teile Europas. Als weitere Verbündete Deutschlands kamen – mehr oder weniger freiwillig – Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Finnland hinzu. Mit Deutschland kollaborierte auch der besiegte, aber bis Ende 1942 unbesetzte Teil Frankreichs.
Militärische Misserfolge Italiens zog Hitler-Deutschland auf Kriegsschauplätze auf der Balkanhalbinsel und in Nordafrika. Mit dem Sturz von Mussolini 1943 schied Italien aus dem Kreis der Achsenmächte aus. Ab 1943 stand Deutschland einer wachsenden alliierten Übermacht gegenüber und befand sich an fast allen Fronten auf dem Rückzug. Der Zweite Weltkrieg endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. 5. 1945.

Deutsche Expansionspolitik
Der "Führer und Reichskanzler" Adolf Hitler arbeitete seit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 auf einen Krieg, vor allem gegen die Sowjetunion, hin. Über Großmachtpolitik hinaus betrieb Hitler eine aggressive Expansionspolitik, die mit den Anfangserfolgen im Zweiten Weltkrieg imperiale Züge annahm (Weltherrschaftspläne). Daneben standen die ideologischen und rassistischen Ziele "Vernichtung des Bolschewismus", "Lebensraum im Osten" und "Endlösung der Judenfrage". Die Mittel dazu waren wirtschaftliche Ausbeutung, Vertreibung und millionenfacher Mord an Juden, "slawischen Untermenschen", Kriegsgefangenen und politischen Gegnern.
Die begrenzten deutschen Ressourcen an Mensch und Material wurden schon 1941/42 mit der im russischen Winter vor Moskau steckengebliebenen Offensive sichtbar – obwohl sich der Glaube an den "Endsieg" noch lange hielt. Der Kriegseintritt der USA (deutsche Kriegserklärung am 11. 12. 1941) entlastete Großbritannien im Westen und Süden Europas. Beide Staaten verabredeten ein gemeinsames militärisches und politisches Vorgehen. Auf Kriegskonferenzen mit der Sowjetunion etwa in Moskau, Teheran (beide 1943) und Jalta (1945) wurden die Westalliierten mit sowjetischen Forderungen nach einer "zweiten Front" im Westen zur militärischen Entlastung der Roten Armee konfrontiert. Nach dem Sieg über das deutsche Afrikakorps wurde die "zweite Front" mit der Invasion in Italien (Sizilien 1943) und Frankreich (Normandie 1944) verwirklicht.
Der Zusammenbruch des "Großdeutschen Reiches" war 1945 besiegelt. Am längsten dauerte der Krieg im Pazifik: Erst die amerikanischen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki führten im August 1945 zur Kapitulation des Japanischen Kaiserreiches. Insgesamt forderte der Zweite Weltkrieg etwa 55–57 Mio. Tote (Soldaten und Zivilisten), davon mehr als 20 Mio. auf sowjetischer Seite.
H. Aubel


Stichworte: Allierte Bündnis Deutsches Reich Deutschland Diktatur Europa Geschichte Weltkrieg

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