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Europa - politische Übersicht

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Diercke Karte Europa - politische Übersicht

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Europa - politische Übersicht
Die Landkarte von Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts lässt die weitreichenden territorialen Veränderungen erkennen, die sich durch den Zerfall der Sowjetmacht in Ost- und Südosteuropa ereignet haben. Sie zeigt aber auch einige Grenzverläufe, die ein Resultat des Zweiten Weltkriegs sind. Deutschland etwa, das den Krieg zwecks einer Revision des Versailler Vertrages begonnen hatte, hat 1945 etwa ein Viertel seines ehemaligen Staatsgebiets verloren, während die Sowjetunion ihr europäisches Territorium bedeutend erweitern konnte. Rumänien musste auf Bessarabien und die Bukowina, die Tschechoslowakei auf die Karpato-Ukraine und Polen auf seine gesamten Ostgebiete verzichten. Die Westgrenze Polens verschob sich dafür bis zur Oder-Neiße-Linie.

Zusammenbruch des Ostblocks
Bis in die späten 1980er-Jahre blieb Europa durch den Ost-West-Konflikt in zwei verfeindete Blöcke geteilt. Auf der einen Seite gab es die mit der Sowjetunion verbündeten Ostblockstaaten, auf der anderen die mit den Vereinigten Staaten von Amerika sympathisierenden Länder des Westens. Ein folgenreiches Ereignis war 1985 der Beginn der Perestroika (russ.: "Umgestaltung") unter dem neuen Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow. Während das Reformprogramm in der Sowjetunion nur schleppend vorankam, erfasste der Demokratisierungsprozess rasch die verbündeten Staaten, in denen sich die alten Machthaber dem Druck der Bevölkerung beugen und – da die Sowjetunion eine militärische Intervention ablehnte – demokratisch gewählten Regierungen weichen mussten. Mit Ausnahme Rumäniens verlief dieser Machtwechsel überwiegend friedlich.
Der Zusammenbruch des Ostblocks ermöglichte 1990 die Wiedervereinigung der beiden 1949 proklamierten deutschen Staaten, aber auch einer Teilung der Tschechoslowakei, die 1993 erfolgte, nachdem die Slowakische Teilrepublik ein Jahr zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatte. Nationale Befreiungsbestrebungen hatten 1991 auch zur Abspaltung Sloweniens und Kroatiens von Jugoslawien geführt. Ihre Anerkennung durch die Bundesrepublik Deutschland gab den Auftakt zu einem anhaltenden und äußerst blutigen Bürgerkrieg, in dessen Verlauf der Vielvölkerstaat Jugoslawien in die sechs autonomen Staaten Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Mazedonien und Montenegro zerfiel.

Zerfall der Sowjetunion
Auch in der Sowjetunion machten sich bald nach dem politischen Kurswechsel zentrifugale Tendenzen bemerkbar. Insbesondere die islamischen Volksgruppen in Zentralasien, die Kaukasusvölker und die Nationen an der Westgrenze opponierten gegen die lange Jahre propagierte Idee eines einheitlichen "Sowjetvolkes". Im Frühjahr 1990 entschieden sich die Parlamente der drei baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen für die Unabhängigkeit. Die Sowjetunion antwortete im April mit einer Wirtschaftsblockade gegen Litauen, die im Sommer, nach dem befristeten Außerkraftsetzen der Unabhängigkeit, wieder aufgehoben wurde. Anfang 1991 ging die Sowjetmacht mit militärischen Mitteln gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen vor, doch sowohl der Putschversuch in Litauen wie auch der Angriff auf das Innenministerium in Riga blieben ohne Erfolg. Volksabstimmungen im Februar und März 1991 bestätigten die Entscheidungen der Parlamente. Noch im selben Jahr erfolgten ihre internationale Anerkennung und die Aufnahme in die UNO. Die baltischen Staaten waren damit die ersten, die sich aus dem sowjetischen Staatswesen lösten und damit zugleich eine Lawine ins Rollen brachten.
Der Abspaltungsprozess führte zum völligen Zusammenbruch der Sowjetunion, die im Dezember 1991, nach dem Rücktritt von Michail Gorbatschow, formell aufgelöst wurde. Auf ihrem einstigen Territorium konstituierten sich außer den Staaten Estland, Lettland und Litauen die selbstständigen Republiken Russland, Weißrussland, Ukraine, Moldawien, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan. Zwölf dieser 15 Nachfolgestaaten assoziierten sich in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), die allerdings aufgrund zahlreicher Interessenskonflikte zwischen ihren Mitgliedsländern die in sie gesetzten Erwartungen zu keinem Zeitpunkt erfüllen konnte.
Die neuen Regierungen der ehemaligen Ostblockstaaten öffneten ihr Land rasch der Marktwirtschaft und strebten nach Integration in NATO und EU. 1991 wurde der Warschauer Pakt formell aufgelöst. Polen, die Tschechische Republik und Ungarn traten 1999 der NATO bei, 2004 folgten Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien ihrem Beispiel. Im Zuge der sogenannten Osterweiterungen I und II wurden alle genannten Länder auch Mitglieder der Europäischen Union, zuletzt, zum 1. Januar 2007, Rumänien und Bulgarien.

Zwergstaaten und Autonomiegebiete
Grönland und die Färöerinseln sind Teile des dänischen Staates mit Autonomiestatus. Zu Norwegen zählt das Außengebiet Svalbard, das die Inselgruppe Spitzbergen und die Bäreninseln umfasst. Gibraltar ist seit 1704 in britischem Besitz. 1967 votierte in einer Volksabstimmung eine überwältigende Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien, seit 1969 verfügt die Halbinsel über eine eigene Verfassung.
Zypern ist seit 1974 durch eine Demarkationslinie in die griechische Republik Zypern (mit zwei souveränen britischen Militärbasen) und in die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern geteilt.
Liechtenstein bildet seit 1923 eine Rechts-, Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft mit der Schweiz. Das parlamentarische Fürstentum Monaco ist mit Frankreich durch eine Zollunion verbunden. Andorra ist seit 1993 ein souveränes parlamentarisches Fürstentum mit zwei Staatsoberhäuptern: dem französischen Staatspräsidenten und dem Bischof von Seu d'Urgell (Spanien). San Marino ist eine parlamentarische Republik in Zollunion mit Italien. Die Kanalinseln und die Isle of Man gehören direkt zur britischen Krone, aber nicht zum Vereinigten Königreich Großbritannien und auch nicht zur EU; sie haben eigene Regierungen. Die Vatikanstadt ist aufgrund der Lateranverträge mit Italien von 1929 selbstständig.
D. Bode, K. Lückemeier


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